Der digitale Arbeitsplatz beginnt beim Menschen – nicht bei der Technik
Seit über zwölf Jahren gestalte ich Unternehmen, in denen Menschen im Zentrum stehen. Eine Überzeugung hat mich dabei immer begleitet: Technologie ist kein Selbstzweck. Sie ist ein Werkzeug, das uns helfen soll, bessere Arbeit zu leisten – und dabei gesund und zufrieden zu bleiben.
Die aktuelle Deutsche Social Collaboration Studie 2025 bestätigt genau das
was ich in meiner täglichen Arbeit als Führungskraft erlebe: Der digitale Arbeitsplatz verändert nicht nur Prozesse. Er verändert, wie Menschen zusammenarbeiten, wie sie sich fühlen und ob sie bleiben.Was die Zahlen wirklich bedeuten
5,4 von 7 Punkten – so bewerten Mitarbeitende die Produktivitätssteigerung durch einen modernen digitalen Arbeitsplatz. Eine beeindruckende Zahl. Aber was mich als Unternehmerin noch mehr beschäftigt: Eine gut integrierte digitale Arbeitsumgebung reduziert nachweislich die mentale Belastung der Mitarbeitenden.
Das ist kein Widerspruch. Das ist das Ergebnis, wenn wir Digitalisierung vom Menschen her denken.
In meiner Arbeit sehe ich täglich, was passiert, wenn Teams die richtigen Werkzeuge an die Hand bekommen.
Die Studie bestätigt die drei größten Hebel:
- Kommunikation und Zusammenarbeit – Fast die Hälfte aller Befragten (47%) nennt dies als größten Vorteil. Teams erreichen sich schneller, arbeiten effektiver zusammen und verlieren weniger Zeit mit der Suche nach Informationen.
- Dokumentation – 37% profitieren von zentralem Datenzugriff und gemeinsamer Bearbeitung. Wissen wird geteilt statt gehortet.
- Workflow-Optimierung – 32% erleben schlankere, automatisierte Prozesse. Routineaufgaben verschwinden, Raum für wertvolle Arbeit entsteht.
Der Mensch als wertvollstes Gut
Was mich an der Studie besonders anspricht: Sie macht deutlich, dass der digitale Arbeitsplatz längst ein Entscheidungskriterium für Talente geworden ist. 43% der Befragten nennen Flexibilität durch Remote Work als wichtigsten Faktor bei der Stellenwahl. 26% erwarten moderne, integrierte Technik.
Im Fachkräftemangel können wir es uns nicht leisten, hier hinterherzuhinken. Aber – und das ist mir wichtig – es geht nicht darum, mit Technik zu beeindrucken. Es geht darum, Arbeitsbedingungen zu schaffen, die Menschen ermöglichen, ihr Bestes zu geben.
Ich glaube daran, dass wirtschaftlicher Erfolg und die Wertschätzung von Menschen nicht nur vereinbar sind – sie sind unteilbar. Unternehmen, die ihre Mitarbeitenden als wertvollstes Gut begreifen und in ihre digitale Arbeitsumgebung investieren, werden langfristig erfolgreicher sein.
KI als Chance – wenn wir sie richtig nutzen
77% der Unternehmen investieren bereits in Generative KI oder planen es konkret. Die häufigsten Anwendungsfälle? Texterstellung, Recherche, Automatisierung von Routineaufgaben.
Das Potenzial ist enorm. Aber es entfaltet sich nur dann, wenn KI den Menschen entlastet, statt ihn zu ersetzen. Wenn sie in den Arbeitsalltag integriert ist, statt als isoliertes Tool zu existieren. Und wenn wir offen kommunizieren, wie und warum wir sie einsetzen.
Die Studie zeigt auch: Fast die Hälfte der Mitarbeitenden ohne Führungsfunktion fühlt sich nicht ausreichend über KI-Projekte informiert. Hier liegt eine Führungsaufgabe. Transparenz schafft Vertrauen – und Vertrauen ist die Grundlage für erfolgreiche Veränderung.
Mein Fazit
Nach Jahren in der Unternehmensführung bin ich überzeugt: Der digitale Arbeitsplatz ist keine technische Entscheidung. Er ist eine Haltungsfrage.
Die Studie zeigt klar: Zwei Drittel der Unternehmen haben bereits investiert. Die anderen verlieren jeden Tag an Boden. Nicht weil ihnen Technologie fehlt – sondern weil sie den Anschluss an die Erwartungen ihrer Mitarbeitenden verlieren.
Die gute Nachricht: Es ist nie zu spät, anzufangen. Der erste Schritt ist, den Menschen in den Mittelpunkt zu stellen – und dann die Technik zu finden, die ihm dient.
Quelle:
Buxmann, P., & Ovcak, B. (2025). Deutsche Social Collaboration Studie 2025. Campana & Schott in Zusammenarbeit mit der Technischen Universität Darmstadt.Quelle: Buxmann, P., & Ovcak, B. (2025). Deutsche Social Collaboration Studie 2025. Campana & Schott in Zusammenarbeit mit der Technischen Universität Darmstadt.
Alexandra Mollenkopf
Alexandra Mollenkopf ist eine visionäre Führungskraft und Sozialunternehmerin, die seit 2012 mit Leidenschaft Unternehmen gestaltet, in denen Menschen im Zentrum stehen. Als CEO von flink+fleißig GmbH und seit 2025 auch CEO von TeamHUB GmbH, vereint sie innovative Geschäftsmodelle mit tiefem sozialem Engagement. Mit einem Bachelor of Business CCI und jahrzehntelanger Praxis in Führung- und Teamentwicklung hat sie sich als Expertin für die gelingende Verbindung von Mensch und Technik etabliert – immer mit dem Ziel, zukunftsfähige Organisationen zu schaffen, in denen Human Resources als wertvollstes Gut ernstgenommen und gefördert werden.
Als Vorständin des VPK Jugendhilfeverband Baden-Württemberg seit 2024 setzt sie sich aktiv dafür ein, dass Kinder, Jugendliche und ihre Familien – unabhängig von Herkunft oder Lebensumständen – eine faire Chance auf eine selbstbestimmte Zukunft erhalten. Ihre Arbeit zeichnet sich durch Empathie, Klarheit und mutiges Handeln aus. Alexandra glaubt daran, dass wirtschaftlicher Erfolg und gesellschaftliche Verantwortung nicht nur vereinbar, sondern unteilbar sind – und lebt diesen Anspruch täglich in ihrer Unternehmensführung und ihrem Engagement.
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