Digitale Führung mit Werten: Warum Empathie der Schlüssel zur Zukunft ist

01. Februar 2026 Alexandra Mollenkopf 243 Aufrufe
Digitale Führung mit Werten: Warum Empathie der Schlüssel zur Zukunft ist
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Von Alexandra Mollenkopf, CEO TeamHUB GmbH


Im Jahr 2007 habe ich mein erstes Unternehmen aufgebaut. Damals ahnte ich nicht, dass mich dieser Schritt zu einer Erkenntnis führen würde, die heute mein gesamtes Handeln prägt: Erfolgreiche Führung in der digitalen Welt basiert nicht auf technischem Wissen, sondern der Fähigkeit Technik und menschliche Verbindung in Einklang zu bringen.

Als CEO der TeamHUB GmbH und flink+fleißig GmbH führe ich heute Teams durch eine Zeit des permanenten Wandels. Was mich dabei trägt, ist nicht die neueste Management-Methode, sondern ein Wertefundament, das älter ist als jede Technologie: Empathie, Klarheit und der Mut, für Menschen einzustehen. 

Die Krise der Führung

Lassen Sie uns ehrlich sein: Führung befindet sich oft in einer Krise. Laut einer McKinsey-Studie fühlen sich 75 Prozent der Mitarbeiter von ihren Führungskräften nicht ausreichend unterstützt. Menschen verlassen nicht Unternehmen, sie verlassen schlechte Führungskräfte.

Die Digitalisierung hat diese Krise nicht verursacht, aber sie hat sie sichtbar gemacht. In einer Welt von Remote Work und virtuellen Teams können Führungskräfte sich nicht mehr hinter Bürotüren verstecken. Ihre Wirksamkeit – oder deren Fehlen – wird täglich spürbar.

Gleichzeitig wächst die Komplexität. Entscheidungen müssen schneller getroffen werden, Informationen fließen in Echtzeit, die Grenzen zwischen Arbeit und Privatleben verschwimmen. Führungskräfte, die in dieser Umgebung bestehen wollen, brauchen mehr als Fachwissen. Sie brauchen emotionale Intelligenz.

Empathie als Führungskompetenz

Empathie wird oft als "weiche" Kompetenz abgetan – als nett zu haben, aber nicht entscheidend. Diese Sichtweise ist gefährlich falsch.

Empathie bedeutet, die Perspektive anderer einzunehmen, ihre Bedürfnisse zu verstehen, auf ihre Situation einzugehen. In einer Zeit, in der Teams über Zeitzonen verstreut arbeiten, in der kulturelle Unterschiede zunehmen und in der jeder Mensch mit eigenen Herausforderungen kämpft, ist Empathie keine Schwäche. Sie ist die Grundlage jeder wirksamen Führung.

Meine Erfahrung im Sozialwesen hat mir gezeigt: Menschen spüren, ob man sie wirklich sieht. Kinder und Jugendliche, die in ihrem Leben oft übersehen wurden, reagieren sofort auf echtes Interesse. Das gilt auch für Mitarbeiter. Sie spüren den Unterschied zwischen einem Chef, der zuhört, um zu antworten, und einem, der zuhört, um zu verstehen.

Klarheit schafft Vertrauen

Empathie allein reicht nicht. Führung erfordert auch Klarheit – klare Erwartungen, klare Kommunikation, klare Entscheidungen.

In unsicheren Zeiten suchen Menschen Orientierung. Sie wollen wissen, wohin die Reise geht, was von ihnen erwartet wird und wofür das Unternehmen steht. Führungskräfte, die diese Klarheit nicht bieten können, erzeugen Angst und Lähmung.

Bei TeamHUB haben wir uns für klare Werte entschieden:

Datensouveränität, Menschenorientierung, deutsche Qualität. Diese Werte sind nicht nur Marketing. Sie sind Entscheidungsgrundlage für jeden Tag – von der Produktentwicklung bis zur Personalführung. Wer weiß, wofür ein Unternehmen steht, kann selbstständig handeln. Klarheit ermöglicht Freiheit.

Mut zum unbequemen Weg

Der einfachste Weg in der Technologiebranche wäre, auf amerikanische Lösungen zu setzen. Microsoft, Google, Amazon – etabliert, bekannt, bequem. Doch dieser Weg führt in die Abhängigkeit.

Wir bei TeamHUB haben uns bewusst für den unbequemeren Weg entschieden: eine deutsche Plattform aufzubauen, die in Funktionalität und Benutzerfreundlichkeit mit den Großen mithalten kann. Das erfordert Mut – den Mut, gegen den Strom zu schwimmen, Kunden von Alternativen zu überzeugen und in einem Markt zu bestehen, der von Giganten dominiert wird.

Dieser Mut ist Teil unserer Führungskultur. Wir ermutigen unsere Teams, unbequeme Fragen zu stellen, etablierte Prozesse zu hinterfragen und Fehler als Lernchance zu begreifen. Innovation entsteht nicht im Komfort, sondern im Wagnis.

Gesellschaftliche Verantwortung als Führungsaufgabe

Führung endet nicht an den Grenzen des eigenen Unternehmens. Als Vorständin des VPK Jugendhilfeverband Baden-Württemberg erlebe ich täglich, wie wichtig es ist, Verantwortung für die Gesellschaft zu übernehmen.

Kinder und Jugendliche, die in schwierigen Verhältnissen aufwachsen, brauchen Menschen, die an sie glauben. Unternehmen, die nachhaltig wirtschaften wollen, brauchen ein stabiles gesellschaftliches Umfeld. Diese Zusammenhänge zu verstehen und danach zu handeln, ist für mich Teil verantwortungsvoller Führung.

Wirtschaftlicher Erfolg und gesellschaftliche Verantwortung sind für mich nicht zwei getrennte Welten, sondern zwei Seiten derselben Medaille. Unternehmen, die nur auf Profit schauen, werden langfristig scheitern – weil sie das Vertrauen der Menschen verlieren, die sie brauchen: Mitarbeiter, Kunden, Partner.

Die Führungskraft der Zukunft

Die Digitalisierung wird weitergehen. Künstliche Intelligenz wird Routineaufgaben übernehmen. Arbeitsformen werden sich weiter flexibilisieren. Doch eines wird sich nicht ändern: Menschen wollen von Menschen geführt werden, die sie respektieren, verstehen und unterstützen!

Die Führungskraft der Zukunft ist keine Technologieexpertin – sie ist eine Menschenkennerin. Sie nutzt digitale Werkzeuge, um Verbindungen zu stärken, nicht um sie zu ersetzen. Sie schafft Räume, in denen Menschen wachsen können. Sie steht für Werte, auch wenn es unbequem ist.

Das ist mein Verständnis von digitaler Führung mit Werten. Es ist kein Konzept, sondern eine tägliche Praxis – mit allen Herausforderungen, Zweifeln und kleinen Siegen, die dazugehören. Und es ist meine Überzeugung: Wer Menschen in den Mittelpunkt stellt, wird auch in einer digitalisierten Welt erfolgreich führen.



Quellen & Weiterlesen

  • McKinsey: The State of Organizations 2023
  • Gallup: It's the Manager, 2023
  • Harvard Business Review: The Empathy AdvantageDigitale Führung mit Werten: Warum Empathie der Schlüssel zur Zukunft ist

     


Kommentare (1)

JM
Joachim Mollenkopf - Privat
18.02.2026 14:18

Dies ist eine unverzichtbare Software für jegliche Bereiche in einem Unternehmen. Setzt sich stetz für die Bedürfnisse des jeweiligen Unternehmens ein, um an der perfekten Optimierung des Unternehmens anzuknüpfen. Besonders hervorzuheben ist das Team, das mit Herzblut für sie da ist.

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Alexandra Mollenkopf
Alexandra Mollenkopf

Alexandra Mollenkopf ist eine visionäre Führungskraft und Sozialunternehmerin, die seit 2012 mit Leidenschaft Unternehmen gestaltet, in denen Menschen im Zentrum stehen. Als CEO von flink+fleißig GmbH und seit 2025 auch CEO von TeamHUB GmbH, vereint sie innovative Geschäftsmodelle mit tiefem sozialem Engagement. Mit einem Bachelor of Business CCI und jahrzehntelanger Praxis in Führung- und Teamentwicklung hat sie sich als Expertin für die gelingende Verbindung von Mensch und Technik etabliert – immer mit dem Ziel, zukunftsfähige Organisationen zu schaffen, in denen Human Resources als wertvollstes Gut ernstgenommen und gefördert werden.

Als Vorständin des VPK Jugendhilfeverband Baden-Württemberg seit 2024 setzt sie sich aktiv dafür ein, dass Kinder, Jugendliche und ihre Familien – unabhängig von Herkunft oder Lebensumständen – eine faire Chance auf eine selbstbestimmte Zukunft erhalten. Ihre Arbeit zeichnet sich durch Empathie, Klarheit und mutiges Handeln aus. Alexandra glaubt daran, dass wirtschaftlicher Erfolg und gesellschaftliche Verantwortung nicht nur vereinbar, sondern unteilbar sind – und lebt diesen Anspruch täglich in ihrer Unternehmensführung und ihrem Engagement.

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